Der kleine Ort Saltara, auf einem der sanften Hügel (160m) des Metauro-Tals, ist malerisch eingebettet zwischen Olivenhainen und Weingärten. Seine Hochblüte hatte Saltara im späten Mittelalter, als es das Stadtrecht erhielt und den Ort befestigte, um sich gegen die Einfälle der benachbarten Städte Fossombrone und Cagli zu verteidigen. Das "Castello" (Ortskern innerhalb der Stadtmauer) war einst Streitobjekt zwischen den Familien der Malatesta und der Montfeltro. Als wichtiges Zentrum für den lokalen Handel bekam Saltara ab 1449 das wöchentliche Marktrecht. Nach der militärischen Allianz mit der nahen Adria-Stadt Fano kam es unter den Einflussbereich der Malatesta von Rimini; den geflügelten Drachen, deren Wappentier, findet man daher auch im Banner von Saltara. Im Lauf der Zeit kam das gesamte Gebiet unter die Herrschaft des päpstlichen Stuhls.
Gut erhalten ist der Rundgang auf der Stadtmauer, ein zentraler Stufenaufgang führt in den historischen Ortskern.
Links auf der Mauer ein für diese Gegend unüblicher überdachter Marktplatz (mercati coperti), rechts das mittelalterliche
Rathaus (palazzo del comune) und der Stadt-Turm (torre civica) mit Resten der Wappen von Malatesta.
Von den einst 40(!) Kirchen in Saltara sind heute sehenswert:
- die ehemalige "Quellenkirche" (oder "Sakraments-Kirche"), der "göttlichen Gnadenmutter auf der Quelle" geweiht, da auf einer (noch heute wasserspendenden) Quelle erbaut; im Inneren Fresken von Giovanni Antonio di Bellinzoni aus Pesaro (Schutzmantel-Madonna und Gnadenmutter auf dem Thron, 1470) und ein Gemälde aus der Schule F. Barocci (Das letzte Abendmahl, XVII. Jhdt.);
- das bauliche Juwel der Wallfahrtskirche "Santuario della Madonna della Villa" mit imposantem symmetrischen Stufenaufgang und Prunk-Geländer; Innenraum mit achteckigem Grundriss, wertvoller antiker Orgel und Gemälde von Sebastiano Ceccarini (Rosenkranz-Madonna, 1760);
- Die Pfarrkirche "Hl. Pier Celestino" beherbergt ein Bild des "Hl. Sebastian", Schutzpatron von Saltara aus der Schule von Federico Barocci;
- Etwas außerhalb des Ortes liegt das Kloster "Hl Franziskus im Eichenhain", eines der ersten (ca. 1215) franziskanischen Klöster der Marken; das Innere der spätgotischen Kirche (1434) birgt wertvolle Freskenzyklen (Kreuzigung von A. Nuzi, zweite Hälfte XIV. Jhdt, Kreuzigung von G. A. di Bellinzoni, 1436).
- Passions-Umzug in historischen Kostümen und Kreuzwegstationen "Via Dolorosa" in lebensgrossen Bildern: jeden Karfreitag
- Frühlings-Fest: März/April
- Markt-Fest "Santa Croce": Mai
- SALTARUA, Festival der Straßenmusik: Juli
- Feste der einzelnen Viertel Saltaras: Juli/August
- Pilze-Austellung und Verkaufsmesse der Metauro-Tal-Vereinigung: Oktober
- Weihnachtsmarkt mit Kunsthandwerk und Animation: Dezember
Sehenswürdigkeiten, Geschichte, Veranstaltungen, etc:
www.comune.saltara.pu.it
Rathaus Saltara:
tel.+39 0721 892901, 879923, fax 891052, comune.saltara@provincia.ps.it
Tourismus-Verein (ProLoco) Saltara:
tel. +39 0721 894998, 334 3217332, 335 5866654
Museum des Balì (Interaktives Wissenschafts-Museum und Planetarium):
Sekretariat von Dienstag-Samstag (9:00-13:00): tel +39 0721 892390, fax: 896611,
www.museodelbali.org; info@museodelbali.org
Die "Villa des Balí", um 1565 neben der schon im Jahr 1.000 bestehenden Sankt Martins-Kapelle erbaut, erhielt ihre heutige Fassade im 18. Jhdt. In dieser eleganten und weiträumigen Anlage ist seit 2004 das "Museum des Bali" untergebracht, ein wissenschaftliches Zentrum für Astronomie, Physik, Mathematik und Astrophysik. Es bietet den Besuchern 35 Installationen zum Experimentieren, ein hochmodernes Planetarium und Observatorium und Zusatz-Einrichtungen wie Konferenzsaal, Restaurant und Gästehaus. Man spürt hier förmlich noch den Forscherdrang und die Begeisterung für die Wissenschaft, mit denen der Bischof, Gelehrte und Astronom Vincenzo Negusanti (1487-1573) vor fünf Jahrhunderten hier arbeitete und das Firmament von seinen vier Aussichts-Türmen studierte. Dieser Tradition folgend, aber durch den Einsatz innovativer Technologien und der Ausstellungsmethode "hands-on" (Motto: Bitte berühren) belebt, bietet das Wissenschaftszentrum Jung und Alt einen neuen Weg, sich wieder für Forschung und Entdeckungen zu begeistern.
Allgemeine Öffnungszeiten: Samstag (16:00-20:30), Sonntag (15:00-20:00), wochentags nach Vereinbarung.
Spezielle Veranstaltungsperioden (z.B.:"Wissenschaft macht keine Ferien") und Sommeröffnungszeiten abzufragen unter www.museodelbali.org
Besuchszeiten für Schulklassen und Gruppen: Dienstag - Sonntag, Reservierung erforderlich unter: prenotazioni@museodelbali.org,
tel +39 0721 892390
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Jeden Karfreitag wird in Saltara dem Leiden und Sterben Jesu in einer religiös-historischen Prozession gedacht, die, einer mittelalterlichen Tradition folgend, seit dem Jahr 1847 jährlich stattfindet. Die Einwohner Saltaras in historischen Kostümen formen einen eindrucksvollen Umzug bestehend aus römischen Soldaten zu Fuß und zu Pferd, den Aposteln, Darstellern der lokalen Zünfte und Konfraternitäten, den klagenden Frauen und Kindern; dahinter folgt ein unbekannter Büßer, der barfuß, das Gesicht vermummt, ein schweres Kreuz trägt, und ein Katafalk mit der Statue des vom Kreuz abgenommenen Christus. In den charakteristischen Winkeln der historischen Ortskerns werden die einzelnen Kreuzwegstationen (Via Dolorosa) mit lebensgroßen Figuren ergreifend nachgestellt.
Jeden Karfreitag: Passions-Umzug in Kostümen ab 21:30
Kreuzwegstationen "Via Dolorosa" zu besichtigen ab 20:00
www.saltara.valmetauro.it
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